Berufsfischerei: höhere Erträge trotz geringerer Fangmengen
Veröffentlicht 19.08.2026
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Der Bericht Mar Balear 2026 aktualisiert das Kapitel „Nutzen“, das zentrale Indikatoren zum wirtschaftlichen Wert der Meeresumwelt für die Balearen zusammenfasst. Die darin erfassten sozioökonomischen Daten zeigen: Die Leistungen eines intakten Meeres sind für die Wirtschaft der Inseln nach wie vor von grundlegender Bedeutung.
Nachdem die Berufsfischerei 2023 mit 1.839 Tonnen den niedrigsten Fangwert seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet hatte, setzte 2024 und 2025 eine Erholung ein. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2.140 Tonnen Fisch und andere Meeresprodukte gefangen. Obwohl die Fangmengen weiterhin unter dem Niveau von vor zwei Jahrzehnten liegen, ist ihr wirtschaftlicher Wert auf 20,8 Millionen Euro gestiegen (siehe Grafik).
Auf den Balearen werden jedes Jahr mehr als 20.000 Tonnen Fischereierzeugnisse konsumiert. Da die lokale Fischereiproduktion in den vergangenen Jahren bei rund 2.000 Tonnen lag, stammen lediglich etwa 10 Prozent der auf den Inseln vermarkteten Fischereiprodukte aus den Fängen der heimischen Flotte. Der weitaus größte Teil wird importiert. Dies geht aus Daten des spanischen Fischereisektors des zuständigen Ministeriums sowie aus Vermarktungsdaten des balearischen Verbands der Fischereigenossenschaften hervor.
Die marine Aquakultur – also die kontrollierte Aufzucht von Meerestieren – setzt ihren Wandel hin zur Produktion von Jungfischen fort. 2025 erreichte sie mit 48,5 Millionen produzierten Jungfischen einen neuen Höchststand. Dabei handelt es sich vor allem um Wolfsbarsch und Goldbrasse. Gleichzeitig erzielte die Branche 2025 einen wirtschaftlichen Wert von 20,8 Millionen Euro. Damit erreicht die Aquakultur inzwischen denselben Wert wie die Fänge der Berufsfischerei und festigt ihre Stellung als strategisch wichtiger Bestandteil der balearischen Blue Economy.
Innerhalb von etwas mehr als zwei Jahrzehnten hat sich der wirtschaftliche Wert der Aquakultur sogar verzehnfacht: von 2,1 Millionen Euro im Jahr 2003 auf 20,8 Millionen Euro im Jahr 2025.
Sporttauchen profitiert von intakten Meereslebensräumen
Auch der Tauchtourismus zeigt eindrücklich, welchen wirtschaftlichen Wert gut erhaltene Meeresökosysteme besitzen. 2025 gab es auf den Balearen so viele zugelassene Tauchzentren wie nie zuvor: 67 Betriebe, davon allein 41 auf Mallorca.
Die von den Tauchzentren angebotenen Tauchgänge richten sich in erster Linie an Urlaubsgäste und finden überwiegend während der Sommersaison statt, etwa von Mai bis Oktober. Meeresschutzgebiete sind für Sporttaucher in der Regel besonders attraktiv. Dort lassen sich häufig artenreichere Fischgemeinschaften, größere Exemplare und vielfältigere, besser erhaltene Lebensräume beobachten. Zudem zeigen die Fische in geschützten Gebieten oft ein weniger scheues und stärker soziales Verhalten. Die Tauchbranche gehört damit zu den Wirtschaftsbereichen, die unmittelbar von geschützten Gewässern und ökologisch intakten Lebensräumen profitieren. Die Wirtschaftsdaten aus Branchen, die unmittelbar von der Meeresumwelt abhängen – darunter Fischerei, Tauchtourismus und weitere Bereiche der Blue Economy –, machen deutlich: Wer das Meer schützt, investiert zugleich in die Zukunft der Balearen.
Die aktualisierten Indikatoren des Berichts Mar Balear zeigen, dass Naturschutzmaßnahmen, ein verantwortungsvolles Management der Meeresgebiete und das Engagement der Bevölkerung dazu beitragen, jene Ökosystemleistungen zu erhalten, auf die zahlreiche Wirtschaftszweige der Balearen angewiesen sind.
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