Naturschutzorganisationen und Wissenschaftler fordern besseren Schutz von Meeresschutzgebieten
Veröffentlicht 07.05.2026
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Führende Naturschutzorganisationen und renommierte Meereswissenschaftler haben die Generaldirektion für Fischerei des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA) aufgefordert, ihrer Verantwortung für den Schutz der spanischen Meeresschutzgebiete gerecht zu werden. Bei einem gemeinsamen Treffen forderten sie ausreichende finanzielle Mittel und wirksame fischereiliche Managementmaßnahmen, um den Schutz dieser Gebiete sicherzustellen und gleichzeitig die Zukunft der Fischerei zu stärken. Darüber hinaus sprachen sie sich für die Ausweisung der noch ausstehenden Fischereischutzgebiete (Reservas Marinas de Interés Pesquero) aus.
Die Teilnehmer erkundigten sich außerdem nach dem Stand der Zusammenarbeit zwischen der Generaldirektion für Fischerei und dem Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderung. Ziel ist es, die notwendigen Maßnahmen für ein nachhaltiges Fischereimanagement in den Meeresschutzgebieten gemeinsam abzustimmen. Doch die Verabschiedung entsprechender Managementpläne verzögert sich vielerorts weiterhin. Die gesetzlichen Fristen sind inzwischen überschritten, sodass Spanien seine internationalen Verpflichtungen zum Schutz der Meeresumwelt derzeit nicht erfüllt.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei den marinen Natura-2000-Gebieten. Im Rahmen des LIFE-INTEMARES-Projekts wurden Managementpläne für zehn Schutzgebiete erarbeitet, deren Genehmigung jedoch noch immer aussteht – obwohl das Projekt bereits im kommenden Juli endet.
„Meeresschutzgebiete sind unverzichtbar, um marine Ökosysteme wiederherzustellen und gleichzeitig die Zukunft der Fischerei zu sichern – gerade angesichts der zunehmenden Folgen der Klimakrise. Damit sie ihre Schutzfunktion erfüllen können, brauchen sie wirksame Managementpläne mit klaren Regelungen für die Fischerei. Für deren Verabschiedung ist das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung verantwortlich“, betonten die beteiligten Organisationen und Wissenschaftler.
Fischereischutzgebiete: Erfolge sichern statt Mittel kürzen
Die Teilnehmer hoben den Erfolg der bestehenden Fischereischutzgebiete hervor und forderten, deren langfristige Finanzierung und Verwaltung zu sichern sowie die Ausweisung neuer Schutzgebiete deutlich zu beschleunigen. Zu den seit Langem ausstehenden Vorhaben gehören unter anderem die Schutzgebiete vor der Serra de Tramuntana auf Mallorca sowie in Teno und Anaga auf Teneriffa.
Mit Sorge sehen die Organisationen die jüngste Umverteilung von Ressourcen und die Kürzungen bei der Finanzierung der Überwachung bestehender Schutzgebiete. Dadurch wurden in mehreren Reservaten die verfügbaren Mittel reduziert – ein Schritt, den bereits im vergangenen Oktober 221 Wissenschaftler in einem offenen Brief an den spanischen Landwirtschaftsminister Luis Planas kritisiert hatten.
Nach Einschätzung der Teilnehmer könnten weitere Kürzungen oder eine unzureichende Ausstattung der Schutzgebiete die Erfolge jahrzehntelanger Naturschutzarbeit gefährden. Gleichzeitig würde dies die Einhaltung der Umweltvorschriften erschweren und insbesondere die handwerkliche Küstenfischerei treffen, die auf gesunde und gut bewirtschaftete Meeresökosysteme angewiesen ist.
„Neue Technologien wie satellitengestützte Überwachung oder intelligente Kameras können dazu beitragen, illegale Fischerei wirksamer zu bekämpfen und die Kontrollen zu ergänzen. Sie dürfen jedoch die Präsenz von Kontrollkräften auf See nicht ersetzen. Gerade diese ist entscheidend, um unsere Meeresgebiete wirksam zu schützen und eine verantwortungsvolle Fischerei sicherzustellen“, so die Experten.
Wiederherstellung von Meeresökosystemen stärkt die Fischerei
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens waren aktuelle Entwicklungen bei der Wiederherstellung geschädigter Meereslebensräume. Im Mittelpunkt standen die geplanten „Zonen zur Wiederherstellung von Fischereigebieten“ (Zonas de Restauración de Interés para la Pesca). Sie könnten sich zu einem wichtigen Instrument entwickeln, um degradierte Lebensräume zu regenerieren, die Widerstandsfähigkeit mariner Ökosysteme zu stärken und die Fischerei langfristig nachhaltiger zu gestalten.
Diese Maßnahmen sind auch mit Blick auf den Nationalen Wiederherstellungsplan von großer Bedeutung, den die spanische Regierung spätestens im kommenden September der Europäischen Kommission vorlegen muss.
Zum Abschluss des Treffens unterstrichen alle Beteiligten, dass Meeresschutz und nachhaltige Fischerei keine Gegensätze sind. Im Gegenteil: Beide sind untrennbar miteinander verbunden und bilden die Grundlage für eine zukunftsfähige Nutzung der Meere. Gleichzeitig bekräftigten die Organisationen und Wissenschaftler ihre Bereitschaft, gemeinsam mit den Behörden Lösungen auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu entwickeln und den Wandel hin zu einer nachhaltigen, widerstandsfähigen und zugleich wettbewerbsfähigen Fischerei voranzutreiben.
Teilnehmende Organisationen und Wissenschaftler: Angel Shark Project, ClientEarth, Ecologistas en Acción, Stiftung Marilles, Greenpeace, Oceana, WWF sowie Ángel Antonio Luque del Villar (Zentrum für Biodiversitätsforschung und Globalen Wandel, Autonome Universität Madrid), Diego Kersting Vera (Institut für Aquakultur Torre de la Sal, CSIC), José Templado González (Nationalmuseum für Naturwissenschaften, CSIC) und Alfonso A. Ramos Esplá (Universität Alicante).
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