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Marilles schlägt streng geschütztes Meeresschutzgebiet im Canal de Mallorca vor

Veröffentlicht 01.06.2026

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Marilles schlägt streng geschütztes Meeresschutzgebiet im Canal de Mallorca vor

Ein wissenschaftlicher Bericht der Stiftung unterstreicht dessen außergewöhnliche Bedeutung

Die Stiftung Marilles setzt sich dafür ein, den Unterwasserberg Émile Baudot als streng geschützte Kernzone des geplanten Meeresschutzgebiets „Unterwasserberge des Canal de Mallorca“ auszuweisen. Die Entscheidung darüber liegt bei der spanischen Regierung und wäre ein wichtiger Schritt, um die internationalen Verpflichtungen Spaniens zu erfüllen: Bis 2030 sollen 30 Prozent der Meeresfläche wirksam geschützt und mindestens zehn Prozent unter strengen Schutz gestellt werden.

Grundlage der Empfehlung ist ein neuer wissenschaftlicher Bericht der Stiftung Marilles. Darin werden jene Lebensräume identifiziert, die aufgrund ihres außergewöhnlichen ökologischen Werts besonders schutzwürdig sind. Die vorgeschlagene Kernzone versteht sich als Ausgangspunkt für einen gemeinsamen Dialog mit allen beteiligten Akteuren.

Der Unterwasserberg Émile Baudot zählt zu den außergewöhnlichsten und artenreichsten Meeresgebieten des westlichen Mittelmeers. Mehr als 360 Arten sind hier nachgewiesen. Zu seinen einzigartigen Lebensräumen gehören Rhodolith-Felder sowie Kaltwasserkorallen. Die strukturreichen Korallenriffe bieten unter anderem der Roten Languste – einer ökologisch und wirtschaftlich bedeutenden Art – wertvollen Lebensraum.

Auch bedrohte Tierarten wie der Pottwal und die Unechte Karettschildkröte nutzen dieses Gebiet.

Der Unterwasserberg wirkt wie eine Insel der Artenvielfalt und zugleich als ökologische Brücke zwischen verschiedenen Meeresregionen. Er fördert den genetischen Austausch und die Ausbreitung zahlreicher wandernder und ortstreuer Arten. Dennoch sind große Teile seiner wertvollen Lebensräume bislang nicht wirksam geschützt und weiterhin dem Fischereidruck sowie anderen Eingriffen ausgesetzt.

Die Stiftung Marilles empfiehlt:

  1. den gesamten Unterwasserberg Émile Baudot als streng geschützte No-Take-Zone auszuweisen, in der sämtliche zerstörerischen und entnehmenden Nutzungen ausgeschlossen sind;
  1. die bestehenden Kontrollmaßnahmen auszuweiten und Aktivitäten zu untersagen, die den Meeresboden schädigen können;
  2. den Schutz des Gebiets im Rahmen der nationalen Meeresplanung bis 2030 zu verankern und die offizielle Ausweisung des Natura-2000-Gebiets „Unterwasserberge des Canal de Mallorca“ (LIC/ZEC) abzuschließen;
  3. die ökologische Vernetzung mit benachbarten Schutzgebieten – insbesondere dem Nationalpark Cabrera – zu stärken;
  4. ein dauerhaftes wissenschaftliches Monitoring sowie eine wirksame Überwachung einzurichten, um die langfristige Erholung und den Schutz der Ökosysteme sicherzustellen.

Die Ausweisung des Unterwasserbergs Émile Baudot als streng geschütztes Gebiet wäre ein konkreter Fortschritt auf dem Weg zu den internationalen Meeresschutzzielen und würde die Lücke zwischen politischen Zusagen und ihrer Umsetzung deutlich verkleinern.

Derzeit stehen lediglich 0,014 Prozent der spanischen Meeresgewässer unter strengem Schutz. Würde das vorgeschlagene Gebiet mit einer Fläche von 1.059 Quadratkilometern ausgewiesen, stiege dieser Anteil auf 1,46 Prozent.

Gleichzeitig bietet sich die Chance, den breiten wissenschaftlichen Konsens und die aktuelle politische Dynamik zu nutzen, um Spaniens Vorreiterrolle beim Schutz der marinen Biodiversität weiter auszubauen.

Der Bericht entstand im Rahmen des Projekts MED30. Dessen Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 30 Prozent des spanischen Mittelmeers wirksam unter Schutz zu stellen. Mindestens 10 Prozent der Meeresfläche sollen dabei unter strengem Schutz stehen – frei von menschlichen Eingriffen, die die biologische Vielfalt beeinträchtigen.