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Marilles veröffentlicht Vorschläge zum Managementplan für Cabrera und fordert mehr Ambition im Meeresschutz

Veröffentlicht 23.03.2026

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Marilles veröffentlicht Vorschläge zum Managementplan für Cabrera und fordert mehr Ambition im Meeresschutz

Die Stiftung Marilles hat ihre Stellungnahmen zum Nutzungs- und Managementplan (PRUG) des Nationalparks Cabrera eingereicht. Ziel ist es, die tatsächliche Wirksamkeit des Meeresschutzes zu stärken und die wertvollsten Lebensräume langfristig zu sichern.

Zu den wichtigsten Vorschlägen zählt die Ausweitung der streng geschützten Zone auf das Gebiet Fort d’en Moreu. Dieses ökologisch besonders wertvolle Areal beherbergt empfindliche Lebensräume wie Korallen, Gorgonien, Maërl-Böden sowie Tiefseearten mit sehr begrenzter Regenerationsfähigkeit. Marilles fordert, dieses Gebiet als sogenannte „No-Take-Zone“ (NTZ) auszuweisen – also frei von jeglicher Entnahme von Ressourcen.

Die Stiftung begrüßt zudem den Vorschlag, die Fläche der NTZ um das 10- bis 12-Fache zu vergrößern, betont jedoch, dass diese Ausweitung auf soliden wissenschaftlichen Grundlagen beruhen muss. Es geht nicht allein darum, mehr Fläche zu schützen, sondern gezielt dort zu handeln, wo es am dringendsten ist. Dafür braucht es verstärkte Forschung, um ökologisch besonders wertvolle Lebensräume zu identifizieren, sowie eine Planung, die sich konsequent an wissenschaftlichen und ökologischen Kriterien orientiert. Ebenso entscheidend ist eine Zonierung, die die ökologischen Funktionen und Habitate berücksichtigt und mit anderen Schutzgebieten im Mallorca-Kanal abgestimmt ist, um die ökologische Vernetzung zu gewährleisten.

Mehr Überwachung und wissenschaftliches Monitoring

Marilles warnt, dass strengere gesetzliche Regelungen nur dann Wirkung entfalten, wenn sie von einer tatsächlichen Verstärkung der Überwachung begleitet werden. Wilderei ist im Nationalpark nach wie vor ein Problem – ohne wirksame Kontrolle droht der Schutz ausschließlich auf dem Papier zu bleiben.

Zudem fordert die Stiftung eine Verbesserung der Programme zur ökologischen Überwachung der marinen Biodiversität. Klare Indikatoren sollen helfen, den Zustand der Lebensräume und die Wirksamkeit der Maßnahmen zu bewerten. Dies ist ein zentraler Schritt hin zu einem adaptiven Management mariner Schutzgebiete – besonders wichtig in unsicheren Zeiten des Klimawandels.

Nuria Salmeron, Expertin für Meeresschutzgebiete bei Marilles, erklärt:
„Cabrera ist eines der wertvollsten Meeresgebiete im Mittelmeer. Dennoch war das bisherige Schutzniveau unzureichend – mit der Folge, dass die erwarteten Fortschritte beim Erhalt der Biodiversität ausgeblieben sind. Dieses Archipel ist das Juwel des westlichen Mittelmeers – oder sollte es zumindest sein. Dafür braucht es jedoch mehr Ambition, mehr Ressourcen und eine stärkere Managementkapazität seitens der Balearenregierung und des spanischen Staates. Wir bei Marilles sind überzeugt, dass der PRUG-Prozess eine große Chance darstellt, Cabrera als internationales Vorbild für wirksamen Meeresschutz zu positionieren – im Einklang mit europäischen und globalen Biodiversitätszielen.“