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Neue Allianz zur Wiederherstellung der Natur in Spanien gegründet

Veröffentlicht 03.03.2026

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Neue Allianz zur Wiederherstellung der Natur in Spanien gegründet

Anlässlich des Welttags der Wildtiere haben rund dreißig soziale und Umweltorganisationen die Allianz für die Wiederherstellung der Natur vorgestellt.  Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Die Klima-, Verschmutzungs- und Biodiversitätskrise erfordern dringend entschlossenes Handeln. Die Koalition verfolgt ein klares Ziel: Die ökologische Wiederherstellung soll ins Zentrum der politischen Agenda in Spanien rücken. Dazu hat die Allianz ein Zehn-Punkte-Programm  mit zentralen Vorschlägen veröffentlicht, die im nationalen Wiederherstellungsplan umgesetzt werden sollen.

Die Vorstellung der Allianz erfolgt in einem entscheidenden nationalen und europäischen Kontext. Die im Jahr 2024 verabschiedete EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2030 mindestens 20 % der Land- und Meeresflächen wiederherzustellen. Bis 2050 soll die vollständige Erholung aller geschädigten Ökosysteme erreicht werden. Nach Angaben des spanischen Umweltministeriums (MITECO) befinden sich derzeit nur etwa 9 % der Lebensräume in Spanien in gutem Zustand. Spanien muss seinen Nationalen Wiederherstellungsplan bis spätestens Ende August 2026 verabschieden.

Aus Sicht der Allianz werden die kommenden Monate dadurch zu einer strategisch entscheidenden Phase. Die beteiligten Organisationen betonen, dass Wiederherstellung nicht auf einzelne Projekte oder Ausgleichsmaßnahmen beschränkt bleiben darf. Sie muss vielmehr als strukturelle und ressortübergreifende Politik verstanden werden. Ziel ist nicht, Umweltzerstörung kosmetisch zu überdecken oder neue Eingriffe zu legitimieren. Vielmehr sollen die natürlichen Funktionen geschädigter Ökosysteme wiederhergestellt und die Ursachen ihrer Degradation beseitigt werden.

Die Allianz unterstreicht, dass ökologische Wiederherstellung bedeutet, an den grundlegenden Ursachen der Umweltkrise anzusetzen. Dazu gehört die konsequente Anwendung des Verschlechterungsverbots, der Schutz noch intakter Naturflächen sowie die Vermeidung eines missbräuchlichen Einsatzes des Begriffs „Wiederherstellung“, um Maßnahmen zu rechtfertigen, die mit Naturschutzzielen unvereinbar sind.

Angesichts zunehmender extremer Wetterereignisse, Ernährungsunsicherheit, Wasserknappheit und der Ausbreitung von Krankheiten erinnert die Allianz daran, dass gesunde Ökosysteme entscheidend für Gesundheit, Sicherheit, Wirtschaft und gesellschaftliches Wohlergehen sind. Die Herausforderung ist daher nicht nur technischer, sondern auch politischer und kultureller Natur.

Zugleich betont die Allianz das Potenzial der ökologischen Wiederherstellung als Motor für hochwertige grüne Arbeitsplätze und für die Revitalisierung ländlicher Regionen. In diesem Zusammenhang fordert sie eine Analyse der sozialen und arbeitsmarktpolitischen Folgen von Umweltzerstörung sowie gerechte Übergangsprozesse, die realistische Alternativen für Beschäftigte in ökologisch schädlichen Wirtschaftssektoren schaffen.

Zu den unmittelbaren Prioritäten der Allianz gehören:

  • Förderung eines ambitionierten Nationalen Wiederherstellungsplans, im Einklang mit der Verordnung (EU) 2024/1991 und basierend auf der besten wissenschaftlichen Evidenz
  • Integration der Wiederherstellung in sektorale Politiken sowie in die Raum- und Meeresplanung, um staatliche Strategien stärker mit den lokalen Gegebenheiten zu verbinden
  • Förderung einer Kultur der ökologischen Wiederherstellung durch Sensibilisierung, Umweltbildung und Wissensaustausch.
  • Abschaffung von Subventionen, die Umweltzerstörung fördern, und Umlenkung öffentlicher Mittel in Aktivitäten, die mit den Zielen der ökologischen Erholung vereinbar sind.
  • Sicherstellung des Verschlechterungsverbots als Voraussetzung für dauerhafte Verbesserungen der Ökosysteme.

In den kommenden Monaten will sich die Allianz besonders auf die Mitwirkung an der Ausarbeitung des nationalen Wiederherstellungsplans konzentrieren und konkrete Vorschläge entwickeln, die in praktische Maßnahmen vor Ort umgesetzt werden können.

Mit der Gründung der Allianz wollen die beteiligten Organisationen in Spanien eine Kultur der ökologischen Wiederherstellung stärken – getragen von intergenerationeller Verantwortung und der Überzeugung, dass die Erholung der Natur eine unverzichtbare Voraussetzung für das gegenwärtige und zukünftige Wohl der Gesellschaft ist.

Die europäischen Organisationen BirdLife Europe and Central Asia, European Environmental Bureau (EEB) und WWF bilden gemeinsam die europäische Allianz Restore Nature, die seit fünf Jahren mit weiteren Organisationen – darunter Oceana und Friends of the Earth – daran arbeitet, dass die Verordnung zur Wiederherstellung der Natur den Schutz der Biodiversität sicherstellt.

Die Verpflichtung jedes Mitgliedstaats, einen nationalen Plan vorzulegen, hat zur Gründung dieser neuen spanischen Allianz beigetragen. Sie bringt zahlreiche Organisationen zusammen um sicherzustellen, dass der Entwurf des spanischen Plans möglichst viele Stimmen und Beiträge berücksichtigt und dem notwendigen Ambitionsniveau entspricht.

Mitglieder der Allianz für die Wiederherstellung der Natur sind:

  1. AEMS Ríos Con Vida
  2. Aliança per l'Aigua
  3. Amigas de la Tierra
  4. Asociación Española de Educación Ambiental
  5. Asociación Galega de Custodia do Territorio
  6. Barrios por el Clima
  7. Bluewave Alliance
  8. CCOO
  9. CIREF
  10. ClientEarth
  11. Ecologistas en Acción
  12. Equilibrio Marino
  13. Fridays For Future
  14. Fundación Entretantos
  15. Fundación Global Nature
  16. Fundación Internacional para la Restauración de Ecosistemas (FIRE)
  17. Fundación Marilles
  18. Fundación Montescola
  19. Fundación Nueva Cultura del Agua
  20. Fundación Oso Pardo
  21. Fundación SAVIA
  22. Fundación Trashumancia y Naturaleza
  23. Greenpeace España
  24. Grup Balear d’Ornitologia i Defensa de la Naturalesa – Mallorca
  25. Grup Balear d’Ornitologia i Defensa de la Naturalesa – Menorca
  26. Grup d’Estudis de la Naturalesa de les Pitiüses – GOB Eivissa
  27. OceanCare
  28. Oceana
  29. SEO/BirdLife
  30. UGT
  31. WWF

Dokumente

  • Decálogo

    Decálogo de la Alianza por la Restauración de la Naturaleza