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Marilles fordert mehr Engagement des Tourismussektors für den Schutz des Meeres

Veröffentlicht 20.01.2025

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Marilles fordert mehr Engagement des Tourismussektors für den Schutz des Meeres

Foto: Sebastià Torrens.

Die Zukunft und ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Erträge des Tourismus im spanischen Mittelmeer hängen von sauberen, lebendigen Küsten und Gewässern ab. Deshalb fordert die Stiftung Marilles den Tourismussektor auf, sich aktiv für den Schutz der Meeres- und Küstenökosysteme einzusetzen.

Der Erfolg des Tourismus ist unmittelbar mit dem Zustand der marinen Ökosysteme verknüpft. Ein Rundgang über die Stände der Tourismusmesse FITUR genügt, um zu erkennen, welche zentrale Rolle das Meer und die Küste für die Branche spielen. Das Meer bietet dem Tourismus unzählige Vorteile: Es schafft Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten, reguliert das Klima und schützt die Küsten. Doch paradoxerweise investiert die Tourismusindustrie bislang kaum in seinen Erhalt.

Marilles ist ist der Ansicht, dass der Sektor sich stärker engagieren sollte – sei es durch die Ausweitung und Verbesserung von Meeresschutzgebieten, den Schutz von Lebensräumen und Arten oder die Unterstützung einer nachhaltigen, lokalen Fischerei.

Ein Teil der Branche hat bereits seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit gezeigt. So haben zahlreiche Unternehmen den Blauen Balearen-Pakt unterzeichnet und verschiedene Projekte finanziert. Nun ist es an der Zeit, einen Schritt weiterzugehen und das Gewicht und den Einfluss des Tourismussektors gezielt für den Schutz des Meeres einzusetzen.

Aniol Esteban, Direktor der Marilles Stiftung: "Der Tourismus kann unser stärkster Verbündeter für den Schutz des Meeres und die Wiederherstellung von Lebensräumen und Arten sein. Doch unser potenziell bester Spieler wärmt sich nach wie vor am Spielfeldrand auf – und scheint noch nicht bereit, aufs Feld zu kommen."

System zur Erfassung natürlicher Ressourcen

Kurz vor der nächsten FITUR-Messe sollte auch der gesellschaftliche und ökologische Preis des Tourismus stärker thematisiert werden – Kosten, die oft schwer in Zahlen zu fassen sind.

Tourismus ist nur mit intakter Natur möglich. Wenn diese jedoch weiter zerstört wird, gerät auch die Zukunft des Tourismus und seiner wirtschaftlichen Erträge in Gefahr. Investitionen in die Erhaltung und Wiederherstellung von Ökosystemen sind daher entscheidend, insbesondere angesichts des Klimawandels und des Artensterbens.

Eine Möglichkeit, die der Tourismussektor fördern könnte – und die bereits Teil des Blauen Balearen-Pakts ist –, wäre die Einführung eines Systems zur Erfassung des Naturkapitals. Dieses könnte den Zustand der Umwelt messbar machen und aufzeigen, wie er sich auf die touristische Aktivität auswirkt.

Weiterführende Informationen:

  • Eine von Marilles in Auftrag gegebene wirtschaftliche Studie zum Meeresreservat Llevant auf Mallorca ergab, dass zwei Drittel der wirtschaftlichen Vorteile, die aus der Schutzzone entstehen, direkt dem Tourismussektor zugutekommen. Alles deutet darauf hin, dass sich dieses Muster entlang der gesamten spanischen Küste wiederholt.