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Naturschutzorganisationen und Wissenschaftler fordern besseren Schutz flacher Meeresgebiete – unverzichtbar für die Artenvielfalt der Balearen

Veröffentlicht 01.07.2026

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Naturschutzorganisationen und Wissenschaftler fordern besseren Schutz flacher Meeresgebiete – unverzichtbar für die Artenvielfalt der Balearen

Die Naturschutzorganisationen Stiftung Marilles, GOB Mallorca, Fundació CleanWave und Arrels Marines haben gemeinsam mit den Meeresökologen Gema Hernán, Jorge Terrados und Fiona Tomas ihre Stellungnahme im Rahmen des öffentlichen Konsultationsverfahrens für den künftigen Aktionsplan zum Schutz der flachen Meeresgebiete der Balearen eingereicht, den die Balearenregierung derzeit vorbereitet.

Der gemeinsam von den Organisationen und Fachleuten erarbeitete Vorschlag wird zudem von weiteren Initiativen wie Salvem Sa Badia de Portmany, Alamar sowie der Meereswissenschaftlerin Emma Cebrian unterstützt. Er skizziert einen Fahrplan bis zum Jahr 2040 mit konkreten Maßnahmen, um das Wissen über diese Küstenökosysteme zu erweitern, ihr Management zu verbessern und geschädigte Lebensräume wiederherzustellen.

Flache Meeresbuchten zählen zu den Hotspots der biologischen Vielfalt. Sie sind unverzichtbare Kinderstuben und Fortpflanzungsgebiete zahlreicher Meeresarten – darunter viele Fischarten, die auch für die Fischerei von großer Bedeutung sind.

Flache Meeresgebiete zeichnen sich durch geringe Wassertiefen aus und beherbergen besonders wertvolle Lebensräume wie Posidonia-Seegraswiesen, Bestände von Tanggras (Cymodocea nodosa), Algenwälder oder Riffstrukturen. Gleichzeitig stehen sie durch menschliche Aktivitäten unter erheblichem Druck. Zu den größten Bedrohungen zählen Umweltverschmutzung, die Zerstörung von Lebensräumen, Ankern und Festmachen von Booten, Schiffsverkehr, eine verschlechterte Wasserqualität sowie die Auswirkungen des Klimawandels.

Obwohl viele dieser Gebiete bereits unter Schutz stehen, sind die Initiatoren überzeugt, dass bislang eine gezielte, koordinierte und wissenschaftlich fundierte Strategie fehlt, um ihren langfristigen Erhalt sicherzustellen.

Acht zentrale Handlungsfelder

Das eingereichte Konzept schlägt vor, den künftigen Aktionsplan auf acht zentrale Schwerpunkte auszurichten:

  • Wissenschaftliche Koordination und Governance
  • Erstellung einer umfassenden Bestandsaufnahme aller flachen Meeresgebiete der Balearen
  • Kontinuierliches wissenschaftliches Monitoring von Lebensräumen, Arten und Belastungsfaktoren
  • Systematische Überwachung der Wasserqualität
  • Aktive Beteiligung aller relevanten Interessengruppen
  • Verringerung der wichtigsten Belastungen für diese Ökosysteme
  • Ökologische Wiederherstellungsmaßnahmen, wo sie erforderlich sind
  • Eine verlässliche und langfristige Finanzierung, um den Aktionsplan mindestens bis 2040 umzusetzen

Zu den wichtigsten vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Einrichtung eines wissenschaftlichen Expertengremiums und eines koordinierten Monitoring-Netzwerks, der Aufbau einer frei zugänglichen Datenplattform, die Festlegung ökologischer Schwellenwerte als Grundlage für Managementmaßnahmen, die Modernisierung der Abwasserinfrastruktur sowie eine bessere Regulierung der Freizeit- und Berufsschifffahrt sowie der Fischerei.

Darüber hinaus betonen die Unterzeichner, dass aktive Renaturierungsmaßnahmen – etwa die Wiederansiedlung oder Anpflanzung von Arten – nur dann erfolgen sollten, wenn sie tatsächlich notwendig sind und zuvor die Ursachen der Schädigung dieser Lebensräume beseitigt wurden.

Ein weiterer zentraler Punkt des Vorschlags ist die Forderung nach einer ausreichenden und dauerhaft gesicherten Finanzierung. Ziel ist es, bis spätestens 2030 mindestens die Hälfte der erforderlichen Mittel bereitzustellen und die finanzielle Absicherung des Programms bis 2040 zu gewährleisten.

Auf wissenschaftlicher Grundlage

Der Vorschlag stützt sich auf die Ergebnisse der 1. Fachtagung zum Schutz der marinen Biodiversität, die am 7. November 2024 in Palma stattfand. An der Veranstaltung nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führender Forschungseinrichtungen teil, die auf den Schutz mariner Ökosysteme spezialisiert sind.

Eine der Tagungen widmete sich ausdrücklich dem Schutz der Buchten und flachen Meeresgebiete der Balearen. Sie bot die Gelegenheit, das über viele Jahre gewonnene Wissen über die Funktionsweise und den Erhaltungszustand dieser für die biologische Vielfalt unverzichtbaren Lebensräume zusammenzuführen.

Die Unterzeichner sehen im künftigen Aktionsplan eine große Chance, die Balearen mit einer wegweisenden Strategie für den Meeresschutz auszustatten – getragen von der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnis und einer engen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wissenschaft, Naturschutzorganisationen und allen mit dem Meer verbundenen Interessengruppen.

Dokumente

  • Proposta per al Pla d’acció per a la Conservació de les Zones Marines Somes

    Proposta per al Pla d’acció per a la Conservació de les Zones Marines Somes