Balearen verabschieden Aktionsplan zum Schutz von Haien und Rochen
Veröffentlicht 13.02.2026
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Zwei Jungtiere von Scyliorhinus sp. Foto: Ilaria Miragiulia Rizz, MARE (zur Verfügung gestellt für Naturschutzzwecke).
Die Regierung der Balearen hat den ersten Aktionsplan zur Erhaltung von Haien und Rochen verabschiedet – eine langjährige Forderung der wissenschaftlichen Gemeinschaft und von Organisationen wie Marilles. Die Maßnahme war im Pacto Azul Balear vorgesehen, und ein großer Teil der vorgesehenen Maßnahmen wurde bereits in den Schlussfolgerungen der I. Konferenz zur marinen Biodiversität aufgegriffen.
Haie und Rochen sind entscheidend für das ökologische Gleichgewicht mariner Ökosysteme. Im gesamten Mittelmeer – auch im Balearischen Meer – befinden sich viele dieser Arten jedoch in einer kritischen Situation. Von den 56 im Roten Buch der Fische der Balearen verzeichneten Knorpelfischarten sind 34 bedroht, und 17 gelten als vom Aussterben bedroht oder sind regional bereits verschwunden. Dass nun erstmals ein spezifischer Handlungsrahmen existiert, ist daher ein wichtiger Fortschritt, der anerkannt und positiv bewertet werden sollte.
Gleichzeitig zeigt die Erfahrung, dass die Verabschiedung eines Plans nur der erste Schritt ist. Damit dieses Instrument tatsächlich wirksam wird, braucht es einen klaren Zeitplan, definierte Verantwortlichkeiten, ein zugewiesenes Budget sowie Mechanismen für Monitoring und Rechenschaft. Ohne diese Elemente besteht die Gefahr, dass der Plan lediglich eine Absichtserklärung bleibt, ohne reale Auswirkungen auf den Schutz der Arten.
Bei Marilles bewerten wir diesen Fortschritt positiv. Zugleich möchten wir betonen, dass es entscheidend sein wird, die technischen Empfehlungen in konkrete Management- und Schutzmaßnahmen zu überführen. Wir werden die Umsetzung des Plans aufmerksam begleiten, damit er mit der notwendigen Ambition und den erforderlichen Ressourcen vorangetrieben wird.
Der Schutz von Haien und Rochen ist von zentraler Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht des Balearischen Meeres und daher eine klare Priorität unserer Stiftung.