Der Bericht „Mar Balear“ beweist die positiven Auswirkungen des Meeresschutzes
Veröffentlicht 18.09.2024
Teilen

Der BERICHT MAR BALEAR 2024 enthält aktualisierte Daten zu den verschiedenen Arten und dem Zustand der Meeresschutzgebiete (MPA) sowie deren Nutzen. Ein neues Kapitel des Berichts umfasst folgende Indikatoren: Meeresreservate mit fischereiwirtschaftlichem Interesse, das Natura-2000-Netzwerk, die Überwachung von Fischbeständen in Schutzgebieten sowie die Anzahl der Tauchgänge im Rahmen des Freizeittauchens in diesen Reservaten.
Die Fischbiomasse nimmt zu
In den meisten Meeresschutzgebieten des Balearenmeeres wurden sowohl ein Anstieg der Biomasse als auch eine Zunahme der Artenvielfalt bei Fischpopulationen festgestellt, die durch Fischerei gefährdet sind. In einigen Schutzgebieten hat sich die Biomasse zwischen 2005 und 2022 verdreifacht (Illa del Toro) bzw. vervierfacht (Illes Malgrats). Allerdings wurde im Nationalpark des Archipels von Cabrera ein leichter Rückgang beobachtet, während in anderen Gebieten die Biomasse nicht signifikant angestiegen ist. Mögliche Gründe dafür sind Unterschiede in der Beschaffenheit der Meeresböden, die in einigen Gebieten weniger günstig sein könnten; weniger strikte Fischereibeschränkungen sowie eine geringere Überwachung der Schutzgebiete. Zum Beispiel verzeichnete das Naturreservat S'Albufera des Grau (Menorca), in dem weniger strenge Fischereivorschriften gelten, die geringste Biomasse aller untersuchten Gebiete.
Der Anstieg der Fischpopulationen hat die Meeresschutzgebiete zu attraktiveren Tauchzielen gemacht: Die Anzahl der Tauchgänge ist von 12.735 im Jahr 2005 auf 75.936 im Jahr 2023 gestiegen.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass der Schutz des Balearenmeeres ökonomische Vorteile für die Fischerei, den Tauchsport und den Tourismus bringt. Die kontinuierliche Überwachung der Meeresschutzgebiete – etwa durch die Erfassung der Fischbestände – ist daher entscheidend, um diese Vorteile zu maximieren und eine effektive Schutzstrategie zu entwickeln.
Geschützte Fläche
Seit 1982 hat sich die Fläche der Meeresreservate mit fischereiwirtschaftlichem Interesse auf 674,2 km² erhöht. Dies entspricht 0,93 % der Gesamtfläche des Balearenmeeres*, während Fischereiverbotszonen nur 0,06 % ausmachen. Dies liegt jedoch weit unter dem Ziel der spanischen Regierung, bis zu 10 % der Meeresfläche mit einem hohen Schutzniveau auszuweisen.
Auch die geschützten Natura-2000-Gebiete haben zwischen 2006 und 2023 an Fläche gewonnen:
- 11.733,04 km² in dem von der spanischen Regierung verwalteten Küstenmeer
- 1.057,79 km² in den von der balearischen Regierung verwalteten inneren Gewässern
Allerdings verfügen viele dieser Schutzgebiete – ebenso wie die Meeresreservate mit fischereiwirtschaftlichem Interesse – über keine geeigneten Schutz- und Managementpläne für Habitate und Arten.
Konkret fehlen Schutzpläne für:
- 99,9 % der von der spanischen Regierung verwalteten Natura-2000-Flächen
- 48 % der von der autonomen Regierung der Balearen verwalteten Natura-2000-Flächen
Bislang wurden bei der Berechnung der Natura-2000-Fläche auf den Balearen teilweise Überlappungen zwischen staatlichen und autonomen Schutzgebieten berücksichtigt, was zu einer künstlich erhöhten Schutzflächenangabe führte. Der BERICHT MAR BALEAR 2024 verwendet nun eine neue Methodik, die diese Überlappungen ausschließt und eine präzisere Berechnung ermöglicht. Dadurch ergibt sich eine tatsächliche geschützte Fläche im Bereich des Spanien unterstellten Küstenmeeres, die um 1.886,85 km² kleiner ist als bisher angenommen – eine Reduzierung um 14 % der ursprünglichen Schätzung.
Der BERICHT MAR BALEAR ist ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt, an dem alle Meeresforschungsinstitutionen der Balearen sowie öffentliche und private Organisationen beteiligt sind. Der Bericht sammelt die bestmöglichen wissenschaftlichen Daten über das Balearenmeer, um die Meeresbewirtschaftung zu verbessern und Wissenslücken in der Meeresforschung zu identifizieren.
Das Projekt wurde 2020 ins Leben gerufen und ist seit der zweiten Ausgabe digital verfügbar. In der aktuellen vierten Ausgabe (2024) werden die 10 Kapitel des Berichts schrittweise auf www.informemarbalear.org aktualisiert. Derzeit sind bereits zwei Kapitel überarbeitet worden: Globaler Wandel sowie Meeresschutzgebiete (MPA)
* Definition des Balearenmeeres nach Dr. Enric Ballesteros (2022):
Das Balearenmeer umfasst das unter Wasser liegende Balearen-Plateau mit einer maximalen Tiefe im Kanal von Ibiza (westlich) und im Kanal von Valencia (nördlich). Im Osten und Süden erstrecken sich die Grenzen auf eine Tiefe von 2.600 m, um Gebiete außerhalb der nationalen Hoheitsgewässer auszuschließen. Die Gesamtfläche beträgt 72.552 km².