Nachrichten

Balearenmeer fällt in Sachen strengem Schutz durch

Veröffentlicht 01.06.2024

Teilen

Balearenmeer fällt in Sachen strengem Schutz durch

Sa Dragonera. Foto: Toni Menor 

  • Ein neuer Bericht der Stiftung Marilleszeigt, dass nur 0,07 % des Balearenmeeres unter strengem Schutz stehen – weit entfernt von den 10 %, die von der EU gefordert werden. 
  • Die Binnengewässer, die unter der Verwaltung der autonomen Regierung stehen, erreichen einen strengen Schutz von 1,7 %. Dieser Prozentsatz gehört zu den höchsten in Spanien, ist jedoch weiterhin unzureichend. 

Das Balearenmeer umfasst eine Fläche von 72.552 km² (laut der Beschreibung von Dr. Enric Ballesteros). Davon sind lediglich 52,96 km² streng geschützt, was 0,07 % der Gesamtfläche entspricht. 

Die Biodiversitätsstrategie der Europäischen Union 2030 sieht vor, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 % der europäischen Meeresflächen zu schützen (30x30), wobei mindestens 10 % der gesamten Meeresfläche unter strengem Schutz stehen sollen (10x30). Der Direktor der Stiftung Marilles, Aniol Esteban, betont:  „Die spanische Regierung hat öffentlich ihr Engagement für die Erreichung der Ziele 30x30 und 10x30 zum Schutz der Meeresgebiete erklärt. Die Regierung der Balearen hat die Chance, eine führende Rolle im Meeresschutz zu übernehmen. Doch trotz der Forderung von mehr als 200 Unternehmen und Organisationen, die von der balearischen Regierung Fortschritte und ein klares Bekenntnis zum strengen Schutz des Balearenmeeres verlangen, hat sie sich dazu noch nicht geäußert. Wir sind der Meinung, dass auch die Balearenregierung sich für die Schutzziele ausprechen sollte – denn das Balearenmeer hat es verdient.“ 

Esteban fügt hinzu: „Meeresschutzgebiete bieten unserer Gesellschaft zahlreiche Vorteile: Sie liefern uns Fisch, Erholungsmöglichkeiten und wirtschaftliche Gewinne. Der strenge Schutz des Meeres ist unsere beste Versicherung, um den Unsicherheiten des durch den Klimawandel verursachten Meerestemperaturanstiegs zu begegnen und die Zukunft der Fischerei, des Tourismus und unseres Wohlergehens zu sichern. Obwohl die balearische Regierung gesetzlich nicht dazu verpflichtet ist, liegt es in ihrem Interesse, den strengen Meeresschutz voranzutreiben. Die Daten zeigen, dass sich diese Investition lohnt. Mehr als 200 Organisationen und Unternehmen haben dies von der Regierung gefordert – aber wir warten immer noch auf eine öffentliche Zusage.“ 

Der von Marilles erstellte Bericht liefert eine aktuelle Bestandsaufnahme der erreichten Schutzprozentsätze im Balearenmeer. 

Verwaltungskompetenzen 

Das Balearenmeer besteht aus inneren Gewässern und Küstenmeer und wird gemeinsam von der zentralen Regierung und der autonomen Regierung verwaltet. Die Gesamtfläche der inneren Gewässer (autonome Zuständigkeit) beträgt etwa 2.663 km². Die Fläche des Küstenmeeres ist deutlich größer und umfasst 69.899 km². 

Im Allgemeinen kann die Verwaltung von Meeresschutzgebieten (MPAs) entweder von der autonomen oder der staatlichen Regierung übernommen werden – abhängig davon, ob sie sich in inneren Gewässern oder Küstenmeer befinden. Allerdings können auch Schutzgebiete im Küstenmeer auf regionaler Ebene verwaltet werden, sofern das Ministerium für ökologische Nachhaltigkeit die ökologische Kontinuität anerkennt. 

Ziel 10x30 

Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen, dass wir sowohl in den inneren Gewässern (1,7 %) als auch im gesamten Balearenmeer (0,07 %) weit von dem Ziel entfernt sind, bis 2030 10 % der Meeresfläche unter strengen Schutz zu stellen. 

Besonders hervorzuheben ist, dass fast alle streng geschützten Gebiete in den inneren Gewässern liegen, mit Ausnahme folgender Zonen in Küstengewässern: der Süden und Südwesten der Insel Cabrera; das beschränkt zugängliche Gebiet des Meeresschutzgebiets Levante; die streng geschützte Zone und das Integrale Reservat des Meeresschutzgebiets Sa Dragonera.  

Ziel 30x30 

Das Ziel, bis 2030 mindestens 30 % der Meeresfläche unter irgendeiner Form von Schutz zu stellen (30x30), wurde in den inneren Gewässern mit 55,4 % erreicht (wobei zu beachten ist, dass nicht alle Zonen über genehmigte Verwaltungspläne verfügen); im gesamten Balearenmeer stehen jedoch nur 13,8 % unter Schutz. 

Was verstehen wir unter Meeresschutzgebieten? 

Meeresschutzgebiete (MPAs) sind geografisch abgegrenzte Meereszonen, die mit dem Ziel geschaffen wurden, bestimmte Lebensräume und Arten zu schützen – beispielsweise das Netz Natura 2000 – und/oder den Fischertrag und die Biodiversität zu verbessern, wie es bei Meeresschutzgebieten von fischereilichem Interesse der Fall ist. Diese beiden Ziele ergänzen sich und überschneiden sich oft. Das Schutzniveau und die Vorschriften für MPAs variieren je nach gesetzlicher Schutzkategorie und den zuständigen Behörden. Derzeit gibt es rund um den balearischen Archipel 8 Schutzkategorien mit unterschiedlichen Management-, Schutz- und Nutzungsebenen: 

1. Meeresschutzgebiet: Der Walmigrationskorridor im Mittelmeer 

2. Nationalpark (maritim-terrestrisch): Archipel von Cabrera 

3. Meeresschutzgebiet von fischereilichem Interesse: 

  • Bucht von Palma 
  • Norden Menorcas 
  • Freus von Ibiza und Formentera 
  • Migjorn de Mallorca 
  • Levante de Mallorca 
  • Sa Dragonera 
  • Punta de sa Creu 
  • Nordostküste Ibiza-Tagomago 
  • Illa de l’Aire 
  • Isla del Toro und Islas Malgrats 
  • Ses Bledes 
  • Es Vedrà-Vedranell 

4. Naturpark: 

  • S’Albufera des Grau 
  • Ses Salines von Ibiza und Formentera 
  • Es Trenc-Salobrar de Campos 
  • Halbinsel Llevant 

5. Netz Natura 2000: 

  • 42 Zonen unter regionaler Zuständigkeit 
  • 11 Zonen unter staatlicher Zuständigkeit 

6. Naturdenkmal: Serra de Tramuntana 

7. Naturschutzgebiet: 

  • Ses Salines von Ibiza und Formentera 
  • Es Vedrà, Es Vedranell und Illots de Ponent 
  • S’Estany d’Addaia 

8. Meeres-Biosphärenreservat: Biosphärenreservat Menorca 

 

Dokumente

  • Informe CAT

    Els Espais Marins Protegits de la Mar Balear

  • Informe ES

    Los Espacios Marinos Protegidos del Mar Balear